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Ausgabe: 4/2009
Strichcodes: Kommt der GS1-DataBar?
Ab 2010 gibt die Organisation GS1 den Strichcode DataBar als Standard für Konsumenteneinheiten frei. Bis 2014 gilt jedoch neu eine Übergangsfrist. Was also passiert nun mit dem DataBar? Und was heisst das für die Industrie? Daniel Müller von GS1 antwortet.
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Strichcodes zieren heute Produkte vom Frühstücksjoghurt bis zur Kartoffelchips-Packung. Meist zum Einsatz auf Konsumenteneinheiten kommt der Strichcode EAN-13, bei kleineren Produkten findet sich zudem EAN-8. Die Nummern dieser Strichcodes sind dabei weltweit eindeutig: Sie enthalten jeweils codiert das Vergabeland, den Hersteller oder Markeninhaber und die Artikelnummer. Doch nun erhält die EANStrichcode-Familie Zuwachs: Ab 1. Januar 2010 gibt die Dachorganisation GS1 zusätzlich den linearen Strichcode DataBar frei.
Welche Produkte betrifft es? Entwickelt hat GS1 den DataBar - vormals Reduced Space Symbology, RSS genannt - ursprünglich «in Zusammenarbeit mit Handel und Industrie», um eine Lücke zu schliessen, erklärt Daniel Müller, Leiter Identifikation und Kommunikation
bei GS1 Schweiz. Denn: «Der DataBar hat zwei Vorteile: Er kann entweder jene Informationen darstellen wie ein EAN-13-Code, allerdings bei geringerem Platzbedarf. Oder er kann bei etwa gleichem Platzbedarf mehr Informationen beinhalten.» Zusätzlich verschlüsseln lassen sich so zum Beispiel auch Angaben zu Preis, Gewicht oder Haltbarkeitsdatum.
Geeignet sieht GS1 den DataBar daher einerseits für Kleinstprodukte wie etwa Kioskartikel, bei denen DataBar den EAN-8 ablösen soll. Stärker im Fokus stehen jedoch gewichtsvariable Produkte vom abgepackten Fleisch bis zu vorverpackten Frischwaren. «Denn hier», so
Müller, «arbeiten wir bisher mit einer Behelfslösung.» Diese sieht so aus, dass bei solchen Produkten zwar ebenfalls ein EAN-13-Strichcode zum Einsatz kommt, doch ist dessen Aufbau etwas verändert: Statt mit der Länderkennung - in der Schweiz die Ziffer 76 - zu beginnen, verwenden Handel und Industrie in der Schweiz hier die Vorziffer 22 bei Produkten, in denen der Preis mit verschlüsselt wird. Die Vorziffer 29 kommt zum Einsatz, wird das Gewicht ausgezeichnet. «Doch ist diese Lösung nur national gültig - ausserdem ist sie systembedingt auf genau 10000 Nummern beschränkt», so Müller. Anders beim DataBar: Dieser «wäre ein global gültiger Standard».
Was heisst das für Hersteller? So weit, so gut. Doch: Was heisst das nun für die Industrie? Müssen Hersteller oder Abpacker von kleinen oder gewichtsvariablen Produkten diese ab 2010 mit dem DataBar auszeichnen? «Nicht automatisch», sagt Müller, «diese Konsequenz ist Ende letzten Jahres entschärft worden.» Denn neu gilt eine Übergangsfrist bis 2014.
Zu dieser «gemächlicheren Gangart» haben mehrere Gründe geführt:Erstens hat sich abgezeichnet, dass der Handel bis 2010 noch nicht weltweit flächendeckend bereit sein würde, an der Kasse den DataBar auslesen zu können. «Das gilt weniger für die Schweiz: Migros und Coop waren schon recht weit», sagt Müller. Zweitens, «für Diskussionsstoff» gesorgt haben jedoch auch die Folgen für die Industrie: Muss zum Beispiel das Haltbarkeitsdatum einer Milchpackung nicht mehr nur in Klarschrift auf die Lasche gedruckt werden, sondern auch im DataBar codiert, zöge das unter Umständen grössere Konsequenzen auch bei den Abläufen des Herstellers nach sich. Und drittens, so
Müller, «ist wohl auch der Leidensdruck nicht so gross: Die Produkte, bei denen DataBar eine Verbesserung erzielen soll, machen im Handel 5 bis 10 Prozent des Sortiments aus.»
>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 4/09.


