Fachartikel: Logistik/Verpackung > Förder-, Lager- und Transporttechnik
Ausgabe: 12/2009
Antimikrobielle Bänder: Pro und Contra
Wer offene Lebensmittel auf einem Förderband transportiert, muss darauf achten, dass sich alle Kontakt.ächen wirklich dafür eignen. Seit einiger Zeit gibt es nun bei den Bändern Lösungen mit antimikrobieller Beschichtung. Was spricht dafür? Was dagegen?
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Antimikrobielle Beschichtung ja oder nein? In dieser Frage herrscht in der Förderbandbranche nicht immer Einigkeit. Für Andreas Geiselmann zum Beispiel liegen die Vorteile einer solchen Beschichtung für Transport- und Förderbänder – auch Fördergurt genannt –
auf der Hand: «Damit wird das Bakterienwachstum zwar nicht gestoppt, aber klar gehemmt», sagt der Gebietsverkaufsleiter und Produktmanager der Ammeraal Beltech AG.
Claus Cremer, Business Development Manager bei Forbo Siegling Europa, wiederum sieht den Einsatz solcher Bänder «skeptisch»: «Ob diese antimikrobiellen Zusätze wirklich gesundheitlich so unbedenklich sind, ist aus unserer Sicht fragwürdig», sagt er. Wie also sollen sich Anwender entscheiden? Hier die Argumente der Befürworter und Gegner im Überblick.
«Überall einsetzbar.» Geiselmann von Ammeraal Beltech sieht antimikrobiell beschichtete Bänder «eigentlich überall in der Lebensmittelindustrie gut einsetzbar». Er emp.ehlt diese Lösungen denn auch «uneingeschränkt für alle, die in der Hygiene das Optimum
erreichen wollen». Die von Ammeraal Beltech angebotenen beschichteten Transport- und Prozessbänder funktionieren dabei so, dass Silberionen in allen Bandschichten eingearbeitet sind. Aufgebaut sind die Bänder auf ein- oder mehrlagigen Polyesterträgern. Jene
Seite des Bandes, die direkt mit dem Lebensmittel in Kontakt kommt, ist zudem zusätzlich mit einer nicht antimikrobiell arbeitenden Folie überzogen. «Bei unserer Lösung kommt die antimikrobielle Wirkung somit erst zum Einsatz, wenn es durch Kratzer oder Schnitte zu Verletzungen im Band kommt», erklärt Geiselmann, «dann verhindern die antimikrobiellen Zusätze, dass sich in diesen Rissen Bakterien ansetzen können.» Gesundheitliche Bedenken sieht er dabei nicht: «Dass die antimikrobiellen Wirkstoffe in das Lebensmittel migrieren
können und dies bedenklich ist, sehe ich nicht: Unsere Bänder sind alle EU- und FDA-zugelassen.»
«Nichts kann mehr wachsen.» Auch René Nötzli, Verkaufsleiter bei der Polytechna AG, sieht bei antimikrobiell beschichteten Bändern keine Bedenken: «Diese Bänder sind auch in der Schweiz seit einigen Jahren zugelassen, wenn sie der EU-Richtlinie 2002/72/EC entsprechen.» Bedenklich ist aus seiner Sicht eher, wenn die Bänder nicht mit einer solchen Schicht versehen sind. Denn: «Schon feine Haarrisse oder kleine mechanische Verletzungen eines Bandes können hygienisch gesehen eine Gefahr darstellen, da sich darin Lebensmittelreste festsetzen können, worauf sich dann Bakterien und Pilze ansiedeln», sagt er. Anders bei Bandvarianten mit antimikrobiellen Zusätzen: «Hier kann auch in Rissen oder Schnitten nichts mehr wachsen.»
Polytechna ist Lieferant für Bauteile und Komponenten für Förderanlagen sowie für Service- und Vertriebspartner des Transport- und Prozessbandherstellers Habasit für die Schweiz. «Gut 80 bis 90 Prozent der Bänder, die wir verkaufen, stammen von Habasit», sagt
Nötzli. Und hier bestehen die antimikrobiellen Bänder aus einer oder mehreren Schichten, die einen Gewebekern umgeben. «Als letzte Schicht», so der Verkaufsleiter, «folgt dann meist eine Beschichtung aus Polyurethan oder PVC. Zudem enthalten die antimikrobiellen
Transportbänder einen Zusatzstoff in der Tragseitenbeschichtung, der das Band gegen Mikroorganismen schützt.»
>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 12/09.


