Fachartikel:
Ausgabe: 1/2010
Knackig, saftig, fruchtig wie frisch vom Baum
Dank moderner Lager- und Kühltechniken können wir das ganze Jahr über frisches Obst und Gemüse geniessen. Durch die Blockierung der Ethylenrezeptoren sorgt ein Frischesystem für den Erhalt der Produktqualität während der Lager- und Verkaufsphase.
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Erntefrisches Obst ist ausserhalb der Saison keine Selbstverständlichkeit. Moderne Lagerhaltung und Kühltechniken sind heutzutage in der Lage, die Gesetze der Natur zu überlisten. Controlled-Atmosphere-(CA-)Kühllager sorgen durch die Verdrängung des Sauerstoffs in der Lageratmosphäre für die Verlangsamung des Reife- und Alterungsprozesses und damit für eine längere Haltbarkeit
von klimakterischen Früchten. Das in der Schweiz seit Herbst 2005 eingesetzte SmartFresh-System geht noch einen Schritt weiter und verlangsamt nicht nur den Prozess, sondern sorgt für den Stillstand der Reifung während der gesamten Lagerung.
Die Wirkungsweise des Smart-Fresh-Systems beruht auf der Blockierung der Ethylenrezeptoren in klimakterischen Früchten wie zum Beispiel Äpfeln, Pflaumen, Birnen, Kiwis, Mangos oder Melonen. Diese Obstsorten produzieren während der Reifung das Pflanzenhormon Ethylen, das eine Reihe von Veränderungen reguliert, die für den Reifeverlauf und die Alterung der Früchte typisch
sind. Durch die Hemmung der Ethylenrezeptoren kann das Hormon nicht mehr «andocken», sodass die Bildung von fruchteigenem Ethylen und Reifeenzymen gehemmt wird. Das Smart-Fresh-System macht sich den Wirkstoff 1-Methylcyclopropen (1-MCP) zunutze,
der in seiner Struktur dem Ethylen sehr ähnlich ist. 1-MCP setzt sich ebenfalls aus Kohlenstoff und Wasserstoff zusammen und kann bei der Lagerung mit den Ethylenrezeptoren (Bindestellen für Ethylen) eine chemische Bindung eingehen, was zur Blockierung der Rezeptoren führt. In Kombination mit den gängigen Kühl- und Lagerungsmethoden verlangsamt das SmartFresh-System den Reifungsprozess des Obstes.
Anwendung. Damit die Erntefrische von Äpfeln oder anderen klimakterischen Früchten erhalten bleibt, wird 1-MCP unmittelbar nach der Ernte des voll ausgereiften Obstes eingesetzt. Laut Yvonne Harz-Pitre, Global Communications Manager bei AgroFresh, findet die Anwendung von Smart-Fresh idealerweise sieben Tage nach der Ernte statt. Die Früchte werden in einem Kühllager in kontrollierter Atmosphäre eingelagert und mit dem Wirkstoff behandelt. SmartFresh ist das Handelspräparat, welches das gasförmige 1-MCP als Einschlussverbindung in Dextrinpulver enthält. Eine kleine Menge des Pulvers wird mit Wasser vermischt, wobei der Wirkstoff als ungiftiges Gas freigesetzt wird. Über die Lüftungsschächte des Kühllagers verteilt sich das 1-MCP innerhalb von 24 Stunden. Damit der
Wirkstoff nicht verdunstet, ist es wichtig, dass der Lagerraum komplett luftdicht verschlossen ist. Sobald der Wirkstoff eingesetzt wird, zerbricht dieser wieder in seine Bestandteile Kohlenstoff und Wasserstoff und hinterlässt keine Rückstände.
>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 1-2/10.


