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Ausgabe: 1/2010
Vom Abfallprodukt zum "Aufsteiger"
Milch ist dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe ein geschätztes Nahrungsmittel. So ist es nicht verwunderlich, dass die bei der Käseproduktion anfallende Molke ein hochwertiges Lebensmittel ist. Eine neue Trocknungsanlage macht das Abfallprodukt zum Star.
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Bereits die Ärzte in der Antike sollen Molke als Nahrungs- und Heilmittel verwendet haben. Dank dem hochwertigen Eiweiss sowie dem hohen Gehalt an Vitaminen (B1, B2 und B6) und Mineralstoffen (Kalium, Calcium, Magnesium, Jod) ist Molke auch heute noch
ein wertvolles Lebensmittel. Obwohl die gesundheitlichen Vorteile schon lange bekannt sind, spielte das «Käsewasser» für die Ernährung eine untergeordnete Rolle. Bisher ging der grösste Teil der Molkeproduktion in die Tierfutterindustrie für die Schweine- und Kälbermast. Dagegen zeichnet sich heute ein Trend in Richtung Molkenverwertung in der Lebensmittelindustrie ab. So sind Molke
und ihre Derivate Bestandteil von Sportund Erfrischungsgetränken, Backwaren, Babynahrung als auch in Fleischwaren.
Molkegewinnung. Die Molke entsteht eigentlich als Abfallprodukt bei der Käseherstellung. Laut Bruno Ryser, Leiter der Abteilung für Entwicklung und Applikation der HOCHDORF Swiss Milk AG, ist für die Produktion von Käse besonders das Fett und Milcheiweiss
(Kasein) wichtig. Um diese Bestandteile zu gewinnen, wird die Milch mit Lab eingedickt, sodass Fett und Protein abgezogen werden können. Zurück bleibt die wässrig grünlich-gelbe Molke. Die Art der Gerinnung entscheidet, welche Molkensorte anfällt. Je nach Käsesorte entsteht Süss- oder Sauermolke. Beide Sorten können sowohl in der Nahrungsmittel- als auch in der Futtermittelindustrie
eingesetzt werden. Die Molke enthält Laktose, Molkenproteine, Mineralstoffe und Vitamine. Um die Molke für die Lebensmittelindustrie zu nutzen, kann diese für die Produktion von Molkenkonzentraten (WPC), Laktose und Molkenpulver verarbeitet werden. Die Hochdorf-Gruppe kann sowohl amorphes als auch kristallines Molkenpulver herstellen. Während amorphes Pulver süsslich schmeckt und sich rasch in Flüssigkeiten löst, entwickelt kristalline Molke einen leicht salzigen Geschmack, ist weniger empfindlich gegenüber Luftfeuchtigkeit und besser rieselfähig. Aus diesem Grund wird kristallines Molkenpulver auch oft als Tierfutter eingesetzt. Der süssliche Geschmack der amorphen Molke prädestiniert das Pulver für die Verwendung in der Lebensmittelindustrie als Basis für Desserts oder Eiscreme.
Molketrocknung. Zur Herstellung von kristallinem Molkenpulver hat die Hochdorf-Gruppe vor Kurzem eine neue Produktionslinie in Betrieb genommen. Um Transportkosten zu sparen, wird die Molke beim Käsefabrikanten zunächst mit einer Umkehr-Osmose-Anlage
konzentriert, bis sie zirka 18 Prozent Trockensubstanz enthält. Im Werk angekommen, erhitzt ein Plattenwärmetauscher die Molke auf 75°C.
>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 1-2/10.


